Traumgalerie

Zu der Zeit, als der fotographische Prozess und die Fotokamera erfunden wurden, verlor das gezeichnete und gemahlte Bild seine dokumentarische Funktion, oder anders gesagt: Es wurde davon befreit. Die ganze Entwicklung bis zu den verschiedenen Stilen der postmodernen Kunst wurde tief von dieser Erfindung beeinflusst.
Aber wir können (bis jetzt) unsere Kameras nicht in die Träume mit nehmen. Wenn es jedoch trotzdem gelingt, können wir den belichteten Film nicht in den Wachzustand zurückbringen. Deshalb hat das Malen von Träumen bisher noch nicht seine dokumentarische Funktion verloren.
Manchmal ist es schwierig die Traumerfahrung in gesprochener oder geschriebener Sprache adäquat auszudrücken, insbesondere dann, wenn wir auf Traumobjekte und Traumwesen treffen, welche in der Wachrealität nicht existieren. Es gab einige Gelegenheiten, wo ich im Traumzustand oder in einem meditativen Zustand Wesen sah, welche nur in Märchen oder Mythen beschrieben wurden: ein Pegasus, eine Sphinx und ein mythisches Vogel/Mensch-Wesen, für welches ich nicht einmal einen Namen gefunden habe. Es braucht daher nicht betont werden, dass ich von diesen Wesen tief beeindruckt war und dass ich mich genötigt sah, diese zu malen.


Pegasus

1. Traum,1. Dezember 1988: Das Pegasus

Ich folgte einer Prozession von Männern, welche sich die Kraftstrasse in Zürich hinunterbewegte. Ich flog flach über der Prozession her, als ich an der Ecke Momsenstrasse ein Pegasus sah, ein wildes Pferd mit massiver Brust, starkem Nacken und gewaltigen Flügeln. Aus seinen Nüstern schossen zwei elektrische Feuerstrahlen. Ich wollte mich ihm nähern, um es zu beruhigen, aber ich fürchtete mich ein wenig.


2. Traum, 16.Juli 1991: Schwester Sphinx

Ich zog ein Tier gross, das lahmte. Es ging ihm nicht gut. Es war eine Art Vogel, aber auch ein Panter, oder eine Katze und schliesslich auch eine Frau. Mit viel Aufwand zog ich es gross. Eines Tages liess ich es zum Korb hinaus und es schüttelte sich im Garten die Federn aus. Es schüttelte sich und plusterte sich auf, bis es zur vollen Grösse aufgestanden war und wieder fliegen konnte. Es war ein sehr schönes Wesen und ich verliebte mich ein wenig in es oder besser in sie. Ich sagte es ihr worauf sie erwiderte, dass sie das wisse, was mich sehr freute. Sie mochte mich auch gut und zeigte mir in der Nacht im Traum, wie man fliegt. Ich konnte auch sehr gut fliegen. Am Tag waren wir halb Geschwister, halb Liebhaber und lebten so miteinander. Als ich aufwachte, hatte ich eine klare Erinnerung, wie es sich anfühlte das Wesen zu umarmen.


Reihermann

3. Meditative Erfahrung 7.September 2001:

Während der Meditation sah ich verschiedene Gesichter, eines nach dem anderen, nicht ganz real, ein bisschen ätherisch, aber sehr lebhaft und individuell in ihrer Ausprägung. Zu beginn sah ich eine Art Mann mit Flügeln, ähnlich einem Reiher, der mit geschwollener Brust daherflog.



© Christoph Gassmann (siehe Hauptseite "Traumring.info")